Mo

26

Sep

2016

Ausbildungs-Special (Teil 2/7): Welche Ausbildung passt zu mir?

Das erste eigene Geld verdienen, erste Praxiserfahrungen in einem Beruf sammeln…viele Schüler sind motiviert, direkt nach dem Schulabschluss eine Ausbildung zu absolvieren. Ich erlebe es jedoch häufig, dass in den Schulen nicht ausreichend über die Vielzahl an Berufsbildern informiert wird und Schüler sehr selten bereits konkrete Vorstellungen über einen möglichen Ausbildungsberuf entwickelt haben. Welche Berufsbilder gibt es und vor allem: Welcher Ausbildungsberuf passt zu mir? Um diese zentrale Frage geht es im heutigen Ausbildungs-Special.

 

Berufsbilder:

In Deutschland gibt es allein im dualen Ausbildungssystem über 340 Berufsbilder. Dazu kommen noch zahlreiche weitere Berufe, die man z. B. in rein schulischen Ausbildungen erlernen kann. Daher ist es sinnvoll, sich zu Beginn der Ausbildungssuche einen Überblick zu verschaffen. Dies gelingt z. B. auf der Seite "Planet Beruf", wo alle Ausbildungsberufe von A wie AltenpflegehelferIn bis Z wie ZweiradmechatronikerIn gelistet und beschrieben werden:

http://planet-beruf.de/schuelerinnen/mein-beruf/berufe-von-a-z/

Ähnlich aufgebaut ist auch das Buch „Beruf Aktuell“, das von der Agentur für Arbeit jährlich aktualisiert wird und über die Arbeitsagentur zu beziehen bzw. auch online abrufbar ist: https://www.arbeitsagentur.de/web/content/beruf-aktuell

 

Selbstreflexion

Wichtig ist es auch, sich Fragen zu seiner Person, zu seinen Interessen und Vorlieben zu stellen: Was kann ich besonders gut? Wo liegen meine Stärken? Welche Tätigkeiten, beispielsweise bei einem Praktikum oder einem Ferienjob, habe ich besonders gerne übernommen? Was interessiert mich? Wie stelle ich mir meinen beruflichen Alltag vor? Arbeite ich lieber eigenständig oder im Team?

Dies stellt nur eine kleine Auswahl an Fragen dar, die sich der angehende Azubi, am besten im Rahmen einer Berufsberatung stellen sollte. Unterstützung bei diesem Prozess gibt es bei mir in Form eines individuellen Coachings – oder kostenfrei über die Agentur für Arbeit, in Beratungsgesprächen und Orientierungsseminaren.

Auch online finden sich zahlreiche Tests – Achtung, nicht alle davon sind kostenlos, nicht alle halten was sie versprechen. Einen aus meiner Sicht empfehlenswerter Test, finden Sie hier: http://www.ausbildung.de/berufscheck

 

Die Praxis kennenlernen:

Sobald man sich für ein Berufsbild interessiert, empfehle ich, möglichst einen ersten Einblick in die Berufspraxis zu bekommen, beispielsweise durch ein Praktikum oder einen Ferien-/Nebenjob. Wie sich daraus manchmal ganz unerwartet ein Berufswunsch entwickeln kann und unter Umständen sogar direkt ein Ausbildungsverhältnis entsteht, zeigt das folgende Kurzinterview mit Mohamad.

 

Hallo Mohamad. Du hast kürzlich deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Herzlichen Glückwunsch! Bitte erzähle, welche Ausbildung du erlernt hast.

Danke für die Glückwünsche! Ich habe eine Ausbildung im Einzelhandel absolviert. Nach dem ersten Ausbildungsjahr habe ich mit der Zwischenprüfung bereits die Ausbildung zum Verkäufer abgeschlossen. Nach zwei Ausbildungsjahren habe ich die Abschlussprüfung als Kaufmann und Managementassistent im Einzelhandel mit der Note gut bestanden.

Die Besonderheit an meiner Ausbildung war, dass ich zwei Ausbildungsgänge in verkürzter Zeit absolvieren durfte und dies aufgrund meiner vorherigen Tätigkeit im Betrieb und meines Abiturs.

 

Du konntest deinen Betrieb also vor Ausbildungsbeginn bereits kennenlernen. Wie kam es dazu? Und hattest du schon immer den Wunsch Kaufmann im Einzelhandel zu werden?

Eigentlich nicht! Nach meinem nichtbestandenen Staatsexamen als Pharmazeut begann ich in meinem jetzigen Betrieb, der auf Naturkost und -kosmetik spezialisiert ist, als Aushilfe zu arbeiten. Nach einer Weile wurde mir von der Geschäftsleitung ein Ausbildungsplatz angeboten, den ich gerne angenommen habe, da mir der Umgang mit Menschen sowohl als Pharmazeut in einer Apotheke, als auch als Kaufmann im Einzelhandel, schon immer sehr wichtig war.

 

Du konntest das Berufsbild also vorab hautnah kennenlernen. Welche Vorteile hatte das in deinen Augen?

Ich kannte vor Ausbildungsbeginn bereits meinen zukünftigen Arbeitgeber, meinen Arbeitsplatz, das Aufgabenfeld eines Kaufmanns im Einzelhandel und die typischen Abläufe im Betrieb. Das habe ich als großen Vorteil empfunden. Und auch mein Arbeitgeber konnte sich vorab ein Bild von mir machen. Da ich davor studiert habe, also meinen angestrebten Beruf nur in der Theorie kennenlernen konnte, ist mir deutlich geworden, dass die Verzahnung der Theorie mit der Praxis im Betrieb eine große Stärke des dualen Systems ist. Neben dem Umgang mit den Menschen gefällt es mir besonders gut, Menschen über Fachkenntnisse der jeweiligen Branche zu informieren. Nach Abschluss der Ausbildung wurde ich von meinem Arbeitgeber übernommen.

 

Herzlichen Dank für die Beantwortung der Fragen und alles Gute!

 

Zögern Sie nicht, mich bei Fragen rund um das Thema Ausbildung zu kontaktieren.

 

- Ihre Sarah Wochelen -

 

 

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Mo

19

Sep

2016

Ausbildungs-Special (Teil 1/7): Besonderheiten der Berufsausbildung in Deutschland

Wie bereits angekündigt startet in dieser Woche ein Ausbildungs-Special. Das Thema Ausbildung liegt mir sehr am Herzen und da ich in den letzten Wochen verschiedene Anfragen diesbezüglich erhalten habe, kam mir die Idee zu diesem Special. Durch das Absolvieren der Ausbildereignungsprüfung im vergangenen Jahr weiß ich um aktuelle Ausbildungsvoraussetzungen und Rahmenbedingungen der Berufsausbildung. Da ich zudem bereits zahlreiche Schüler und Absolventen auf ihrem Weg in eine Ausbildung oder ein (duales) Studium unterstützt habe, möchte ich Sie mit diesem Special gerne von diesen Erfahrungen profitieren lassen.

 

Die Serie wird folgende sieben Themen umfassen:

  1. Besonderheiten der Berufsausbildung in Deutschland
  2. Welche Ausbildung passt zu mir?
  3. Die Ausbildungsplatzsuche
  4. Bewerbungsmappe für Azubis – Teil 1: Der Lebenslauf
  5. Bewerbungsmappe für Azubis – Teil 2: Das Anschreiben
  6. Einstellungstests, Assessementcenter & Co.
  7. Abenteuer Ausbildung: es geht los! Interview mit einer Auszubildenden

 

Besonderheiten der Berufsausbildung in Deutschland – ein kurzer Überblick

 

Duales Ausbildungssystem:

In Deutschland verbringt ein Auszubildender im Durchschnitt einen Tag pro Woche in der Berufsschule und 4 Tage in einem Ausbildungsbetrieb. Dadurch soll er nicht nur theoretisches Wissen, sondern auch bereits erste Praxiserfahrung erlangen. Sicherlich liegt hierin mit ein Grund, warum eine Ausbildung in Deutschland auch in anderen Ländern gut angesehen ist – in den meisten anderen Ländern dominieren rein schulische Ausbildungen. Die duale Ausbildung erleichtert dem Azubi den Übergang in die Arbeitswelt, da er bereits über Praxiserfahrung verfügt. Auch Unternehmen profitieren von diesem Modell, da junge Arbeitnehmer bereits praktische und marktrelevante Erfahrungen mitbringen.

 

Ausbildungsdauer und -vergütung:

Die Ausbildungsdauer entspricht in den meisten Berufen 3 Jahre, beispielsweise durch gute Leistungen besteht jedoch oftmals die Möglichkeit der Verkürzung. Im Berufenet der Agentur für Arbeit sind nicht nur zu jedem der über 340 Ausbildungsberufe in Deutschland Steckbriefe hinterlegt, es finden sich auch Hinweise zur Ausbildungsdauer und die Höhe der Ausbildungsvergütung. Letztere ist eine Größe, welche die Attraktivität eines Ausbildungsberufes maßgeblich beeinflusst. Das Gehalt wird vom Ausbildungsbetrieb festgelegt und im Ausbildungsvertrag festgehalten. Die jährliche Erhöhung des Ausbildungsgehalts ist gesetzlich vorgeschrieben.

 

Ausbildungsvoraussetzungen:

Häufig werde ich von Schülern in resigniertem Tonfall angesprochen: „Mein Traum wäre eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten, mir wurde jedoch gesagt, dass ich diesen Beruf mit Hauptschulabschluss aber nicht erlernen kann….“. Häufig wird vermittelt, dass für gewisse Berufe bestimmte Schulabschlüsse zwingend notwendig sind. Schüler sind dann häufig überrascht, wenn ich erkläre, dass die Voraussetzungen vom Unternehmen und (außer in Ausnahmefällen) nicht durch eine Art Gesetz oder ähnlichem festgelegt werden. Daher mein Rat: zunächst in sich hineinhorchen: Warum möchte ich ausgerechnet DIESEN Beruf erlernen? Weil meine Freundin den gleichen Berufswunsch hat? Ausschließlich aufgrund des Ansehens oder des Gehalts der Berufsgruppe? In diesem Fall rate ich zu einer umfassenden Berufsorientierung. Wenn ich mitbekomme, dass Schüler aber wirklich für einen Beruf „brennen“, empfehle ich möglichst umfassende Informationen einzuholen. Zum einen im Berufenet der Bundesagentur für Arbeit. In der Rubrik „Welcher Schulabschluss wird erwartet?“ ist ein Schaubild über die Verteilung der Schulabschlüsse im entsprechenden Berufsbild hinterlegt. Beispiel Medizinische Fachangestellte: https://berufenet.arbeitsagentur.de/berufenet/bkb/33212.pdf

 

Weiterhin empfehle ich, auf Unternehmensseiten zu recherchieren und mit Ausbildungsverantwortlichen ins Gespräch zu kommen: Welche Stärken sollte eine Auszubildender für den Beruf mitbringen? Welche Fächer/Noten sind ggf. ausschlaggebend? Sind die Erwartungen eng an den Bildungsabschluss geknüpft? Besteht die Möglichkeit eines Praktikums?

Durch diese Art von Kontakt entstehen häufig auf beiden Seiten neue Erkenntnisse und Möglichkeiten. Realistischerweise münden diese nicht immer in ein Ausbildungsverhältnis, vielmehr wird dadurch ein Prozess angestoßen, in dessen Verlauf sich klarere berufliche Vorstellungen herauskristallisieren und andere Wege, beispielsweise das Absolvieren eines höheren Bildungsabschlusses, zur Erreichung des Ziels beschritten werden.

 

Gerne unterstütze ich diesen Prozess mit einem individuellen Coaching.

 

- Ihre Sarah Wochelen -

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Mo

12

Sep

2016

Ab heute wieder für Sie da :-)

Nach einer längeren Familien- und Sommerpause melde ich mich ab heute wieder zurück und stehe Ihnen gerne für alle Fragen rund um die Themen Bewerbung und berufliche Orientierung zur Verfügung. An dieser Stelle erwarten Sie zukünftig wieder regelmäßige Informationen über aktuelle Entwicklungen im Bereich Bewerbungsmanagement, Neuigkeiten aus dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt sowie zahlreiche Tipps für Ihren erfolgreichen Bewerbungsprozess.

 

Los geht’s in der nächsten Woche mit einem Ausbildungs-Special.

 

Für aktuelle Informationen besuchen Sie auch meine Facebookseite https://www.facebook.com/IhreErfolgreicheBewerbungDE/ .

 

Gerne möchte ich Ihre persönlichen Themen, Interessensschwerpunkte und Fragen beantworten und freue mich über Anregungen via Facebook und an info@Ihre-erfolgreiche-Bewerbung.de.

 

Ihre Sarah Wochelen

 

 

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Mo

22

Jun

2015

Was es für Bewerber während des Post-Streiks zu beachten gilt

In der nun mittlerweile dritten Woche des Post-Streiks ist laut Medienangaben noch immer kein Ende in Sicht.

 

Was bedeutet das für Bewerber?


Zunächst ist wichtig zu wissen, dass die in Stellenangeboten genannte Fristen unbedingt trotzdem eingehalten werden müssen. Im Folgenden lesen Sie 3 Tipps, wie Ihre Bewerbung trotz Streik zuverlässig beim Empfänger ankommt:

 

1) Fragen Sie beim Arbeitgeber telefonisch nach, ob die Möglichkeit besteht, Ihre Bewerbung per E-Mail zu versenden. Dies ist nicht nur zeitgemäßer, sondern auch schneller.


2) Werfen Sie die Bewerbungsmappe beim Arbeitgeber in den Briefkasten oder geben Sie die Unterlagen, je nach Branche und Unternehmensgröße, persönlich ab. Möglicherweise kommen Sie so  direkt mit einem wichtigen Ansprechpartner oder potentiellen zukünftigen Kollegen ins Gespräch.


3) Die Möglichkeit, die Bewerbung per E-Mail zu übermitteln besteht nicht? Sie bewerben sich deutschlandweit und können die Bewerbung nicht persönlich abgeben? Dann informieren Sie sich über andere Zusteller oder nutzen den Service der Deutschen Post im Internet über Versandalternativen: https://www.deutschepost.de/de/s/streikinfos.html

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Do

04

Jun

2015

Was weiß der Personalchef über Sie?

Meinen heutigen Beitrag möchte ich damit beginnen, Ihnen folgende Frage zu stellen:
Was weiß der Personalchef über Sie?


Einige von Ihnen mögen sich jetzt wundern.  „Was soll der Personalchef von mir wissen? Vermutlich diejenigen Informationen, die ich ihm in meiner Bewerbungsmappe über mich zur Verfügung stelle.“ Die meisten von Ihnen werden allerdings schon einen Schritt weiter denken. Denn das Gerücht, dass Personaler heutzutage intensive Onlinerecherche betreiben, hält sich schon seit einigen Jahren hartnäckig. Doch was ist tatsächlich dran?


Viele im Internet veröffentlichte Studien belegen tatsächlich, dass deutlich über die Hälfte der Personaler den Namen des Bewerbers bei Suchmaschinen wie Google und Bing eingibt, aber auch soziale Netzwerke wie Facebook, Xing oder LinkedIn nutzt, um vor dem Vorstellungsgespräch Informationen über den Bewerber zu sammeln.


Arbeitsrechtlich gesehen, ist dies übrigens zulässig, da die Daten im Internet offen zugänglich sind und dieser Zugang im Regelfall vom Bewerber selbst ermöglicht wird, indem er die Daten preisgegeben und/oder der Veröffentlichung bewusst zugestimmt hat. Im Regelfall schreibe ich deswegen, weil natürlich auch Dritte, beispielsweise Ihr Sportverein oder Ihre Freundin Daten oder Fotos im Internet von Ihnen zur Verfügung stellen können. Während der Fußballverein eine offizielle Zustimmung benötigt, werden solche „Veröffentlichungen“ im Freundeskreis oft lockerer gehandhabt und „Selfies“ von der letzten Party oder Verlinkungen auf Fotos oder an Orten häufig ohne die ausdrückliche Zustimmung der Einzelpersonen erstellt – sofern die Privatsphäreeinstellungen dies zulassen.


Daher gebe ich Bewerbern immer zwei „goldene Regeln“ an die Hand:


1) Überprüfen Sie Ihre Privatsphäreeinstellungen bei Facebook & Co. Sollten Sie private Fotos hochladen, achten Sie darauf, dass diese nicht für Fremde, sondern nur für Ihre Freunde und Bekannte sichtbar sind.


2) Googeln Sie sich selbst! Schauen Sie nach, was man in den großen Suchmaschinen findet, wenn man Ihren Namen eingibt. Sie finden Fotos oder Informationen, die Sie nicht veröffentlicht haben wollen? Entfernen Sie die Inhalte oder sorgen Sie dafür, dass diese entfernt werden. Datenschutz ist Ihr Bürgerrecht!


Aber welche Daten sind „gut“ und welche „schlecht“? Ist es in der heutigen Zeit nicht verdächtig, wenn über eine Person überhaupt keine Informationen aufgefunden werden können?


Tatsächlich kann eine positive und seriöse Selbstdarstellung, beispielsweise auf einem Xing-Profil, bei der Arbeitssuche von Vorteil sein. Sie blicken dem Personaler mit einem freundlichen Lächeln entgegen und die im Lebenslauf angegebenen Daten stimmen mit denen im Xing-Profil überein? Damit sammeln Sie sicherlich Pluspunkte.


Was Sie unbedingt vermeiden müssen, sind Darstellungen von Drogen- oder Alkoholmissbrauch, auch derbe, beleidigende Kommentare sollten nicht unter Ihrem Namen aufrufbar sein. Ebenso sollten Sie persönliche Einstellungen oder politische Haltungen nicht unbedarft Preis geben. Achten Sie weiterhin nicht nur in Ihren Bewerbungsunterlagen, sondern auch wenn Sie Kommentare und Beiträge im Internet veröffentlichen auf Gründlichkeit, korrekte Rechtschreibung und Grammatik.


Zu guter Letzt gebe ich Bewerbern den Rat, vor dem Vorstellungsgespräch den Spieß umzudrehen: Informieren Sie sich vorab nicht nur intensiv im Internet über Ihren potenziellen künftigen Arbeitgeber, gehen Sie auch auf die Suche nach Ihrem Gesprächspartner. Oftmals ist es hilfreich gegen aufkommende Nervosität, wenn Sie schon ein „Bild“ Ihres Ansprechpartners im Kopf und sich vor Augen geführt haben, dass Ihr Gegenüber auch „nur ein Mensch“ ist.